Abschied von Iso

In Erinnerung an fast 20 Jahre Freundschaft

Iso, ich kenne dich seit ungefähr zwanzig Jahren. Zwei Jahrzehnte voller Gespräche, gemeinsamer Projekte, technischer Diskussionen und unzähliger Momente, in denen du mir mit deinem Wissen weitergeholfen hast. Und nun stehe ich an einem Punkt, an dem ich akzeptieren muss, dass diese gemeinsame Zeit ihr Ende gefunden hat.

Vor fast einem Jahr bist du ins Krankenhaus gekommen. Seit diesem Tag bist du nicht mehr zurückgekehrt – nicht online, nicht telefonisch, nicht auf irgendeinem Weg. Je mehr Monate vergingen, desto deutlicher wurde mir, dass du wahrscheinlich nicht mehr unter uns bist. Dieser Gedanke fällt mir schwer, aber er ist die einzige Erklärung, die bleibt.

Du warst für mich mehr als nur ein Freund. Du warst mein Lexikon für Windows XP, mein Problemlöser, mein Ruhepol, wenn ich nicht weiterwusste. Du hattest immer eine Antwort, immer eine Idee, immer eine Lösung – und vor allem immer Geduld. Viele meiner Erinnerungen an die frühen PC‑Zeiten tragen deinen Namen.

Jetzt ist der Moment gekommen, an dem ich für mich selbst einen Schlussstrich ziehen muss. Ich möchte nicht mehr jeden Tag darüber nachdenken, was mit dir passiert ist, ob du vielleicht doch noch irgendwo auftauchst oder ob es eine Nachricht geben könnte. Ich will diese Ungewissheit loslassen und Frieden finden – so wie ich hoffe, dass auch du deinen Frieden gefunden hast.

Ich schließe jetzt mit allem ab, was mit dir zu tun hat. Nicht aus Kälte, sondern aus Respekt vor der Zeit, die wir hatten, und aus dem Wunsch heraus, die Erinnerungen nicht länger mit offenen Fragen zu belasten.


Ruhe in Frieden, mein Freund.